Hörtipp: Stanislaw Lem - Solaris (Hörspiel)

Stanislaw Lem
Solaris
Hörspiel mit Oliver Stokowski, Hans Peter Hallwachs u.v.a.
2 Audio-CDs, Laufzeit ca. 125 Min.
Bearbeitung und Regie: Peter Rothin
Produktion: MDR, 2006
Der Audio Verlag, 2007
€ 19,99
Zum Inhalt: Die Besatzung der Forschungsstation auf dem Planeten Solaris hat den Kontakt zur Erde abgebrochen. Der Psychologe Kris Kelvin wird beauftragt, den Zustand der Mannschaft festzustellen und begibt sich ins Universum. Doch schon bald nach seiner Landung muß er erleben, wie die sonderbaren Kräfte des offenbar intelligenten Planeten wirken können.
Der Klassiker, mit einem hervorragenden Sprecherensemble um Oliver Stokowski erstmals als Hörspiel des MDR inszeniert, erweckt die visionären Ideen Lems zum Leben.
Fazit: Der Roman Solaris wurde in den 60er Jahren veröffentlicht und 2002 von Steven Soderbergh verfilmt. Stanislaw Lem hat die Verfilmung gar nicht gefallen (um nicht zu sagen gehasst), weil die Liebesgeschichte zwischen Chris Kelvin zu seiner verstorbenen Frau Harey in den Vordergrund gerückt wurde. Das kommt auch in dem im Booklet abgedruckten Interview heraus.
Der Autor ist im März 2006 verstorben und hat die Entwicklung und Produktion dieses Hörspiels nicht mehr mitbekommen. Ich denke, dass dieses Hörspiel in seinem Sinne gewesen wäre.
Auf Effekthascherei à la Hollywood wurde verzichtet. Für den Hörer ist die Weltraumatmosphäre förmlich spürbar und sehr gut umgesetzt. Meine Probleme hatte ich zu Beginn, die Figuren zuzuordnen bzw. den roten Faden zu finden. Das liegt daran, dass ich viel in der S-Bahn höre und gerade Passagen mit gewollten Laut-Leise-Unterschieden etc. vom Hören her verloren gehen. Ein Hörspiel hört man daher besser zu Hause, wo es ruhig ist.
Sogwirkung & Spannung garantiert!

Der Roman Solaris wurde nicht erst von Steven Soderbergh verfilmt.
Andrei Tarkowski verfilmte den Roman von Stanislaw Lem bereits 1972. Die hervorragende Filmmusik dabei übrigens von Eduard Artemjew.
Ja, in der Tat. Die Verfilmung von Soderbergh ist bereits das Remake. Ich habe deshalb nur diese eine Verfilmung erwähnt, weil Stanislaw Lem im Interview (abgedruckt im Booklet) explizit Bezug genommen hat. Nur in einem kurzen Satz erwähnt er die Tarkowskij-Version: “Einen Mist [die Soderberg-Variante] haben sie getan. Schrecklich. Dagegen ist sogar Tarkowskijks Version ein Geniestreich.” Hört sich für mich auch nicht so positiv an.