Hörtipp: Anna Gmeyner - Manja

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Anna Gmeyner
Manja

Gekürzte Hörbuchfassung

Gelesen von Iris Berben

12 Audio-CDs, Laufzeit 873 Min.

Hörkultur, 2007
978-3-9523087-4-5

€ 64,90

Zum Inhalt: Der Roman erzählt vom Leben in einer deutschen Stadt in den Jahren von 1920 bis 1934 am Beispiel der Geschicke von fünf Familien, die ganz unterschiedliche gesellschaftliche Milieus repräsentieren. Im Vordergrund die Kinder, sowohl des klassenbewussten, politisch engagierten Arbeiters als auch des jüdischen Kriegs- und Inflationsgewinnlers. Daneben die des liberalen, konfessionslosen Intellektuellen Arztes, des faschistischen Kleinbürgers und schließlich des verarmten ostjüdischen Einwanderers. In expressiver Bildlichkeit führt Anna Gmeyner das kollektive Wegsehen der Deutschen vor der alltäglichen Inhumanität vor Augen und dokumentiert in eindringlicher Weise, wie die nationalsozialistische Gesellschaftspolitik auf die Auflösung des Privaten, die Eliminierung individueller Refugien, besonders auch auf den Zusammenbruch des Familienzusammenhalts zielte.

Iris Berben, deren persönliches Anliegen seit vielen Jahren auch die Aussöhnung zwischen Deutschen und Juden ist, beweist als Sprecherin unter der Regie von Walter Adler einmal mehr ihre Vielseitigkeit. Die Geschichte von Manja erzählt ein besonders eindrückliches Stück deutsch-jüdischer Geschichte und erfährt durch diese „Starke Stimme” die verdiente Nachhaltigkeit.

„Der Roman ist ein document humain von äusserster Eindrücklichkeit. Wer vom Menschen her erkennen will, was 1933 bedeutet hat, darf Manja nicht auslassen.”

Hans Kühner, Jüdische Rundschau/Basel

Fazit: Ich bin vor kurzem gefragen worden, was ich denn gerne lese. Und als Bibliothekarin werde ich sehr oft danach gefragt. :-) Ganz einfach, habe ich geantwortet, einfach alles, was irgendwie mit aktuellen Informationen zu tun hat: Zeitschriften und Zeitungen. Romane und Geschichten höre ich dagegegen viel lieber, denn das gesprochene Wort erweckt so einen Text erst zum Leben.

“Manja” von Anna Gmeyner ist so ein Beispiel. Diesen Text selbst für sich im Stillen zu lesen wäre nicht halb so spannend als ihn zu hören. Die Produktion wurde völlig zu Recht in der Kategorie “Beste Interpretin” für den Deutschen Hörbuchpreis 2008 nominiert. Ein schwieriger und nicht ganz alltäglicher Text für ein Hörbuch, den Iris Berben hier eingelesen hat. Doch sie meistert diese Herausforderung grandios und holt auch feinste Nuancen heraus. Auch wenn der Inhalt eher schwere Kost ist, so bleibt man als Hörer auch über längere Zeit dran. Bei mir hat der Roman einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Sehr gut gefiel mir auch die äußere Aufmachung: die Kartonhülle ist farblich schlicht, absolut hochwertig und formstabil. Mir ist das Hörbuch einmal heruntergefallen, daher weiß ich das nun zu schätzen. Eine Plastik-Hülle wäre jetzt kaputt.

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